He jet ett nix ze knipse!

24,90 

Enthält 7% reduzierte MwSt.
zzgl. Versand
Lieferzeit: Sofort lieferbar
Bei Lieferungen in Nicht-EU-Länder können zusätzliche Zölle, Steuern und Gebühren anfallen.

Loogh in der Vulkaneifel: Portrait einer Dorfgemeinschaft im demographischen Wandel.
Es zeigt die Bewohner von Loogh in würdevollen und authentischen Fotos, gepaart mit handschriftlichen Interview-Texten vom ehem. Bürgermeister Nikla Rätz, einem Vorwort von Rudolf Raetz und Jacques Berndorf. Der Autor und Ideengeber ist der Düsseldorfer People-und Werbe-Fotograf Michael Jaeger, der sich mit seiner Frau in ein altes Haus in Loogh in der Vulkan-Eifel und deren Dorfbewohner verliebt hat.  Auf einem der alle 2 Jahre statt findenden Dorffeste entstand die Idee, das gesamte Dorf mit der Fotokamera zu portraitieren, nach dem Motto: Heimat ist in DIR, sonst nirgends!

„He jet ett nix ze knipse!“ bedeutet auf Eifer Platt soviel wie: Hier gibt es nichts zu fotografieren. Das geschulte Auge von Michael Jaeger entdeckte jedoch in dem kleinen Eifeldorf Loogh vieles das sich festzuhalten lohnte: Seine Menschen und deren Geschichten sind es die dieses Buch zu einem besonderen Dokument Vulkaneifel Geschichte machen

Artikelnummer: 978-3-9814113-7-9 Kategorien: , , ,

Beschreibung

He jet ett nix ze knipse!
Fotografie: Michael Jaeger
Text: Nikla Rätz, Jacques Berndorf und Rudolf Raetz
Grafik: Axel Schmitz
Herausgeber | Ortsgemeinde Kerpen · Vulkaneifel
Gebundene Ausgabe, 120 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN 978-3-9814113-7-9

Auszug:
Dieser Landkreis, der Landkreis Vulkaneifel, umfasst 109 Gemeinden mit 60952 Einwohnern.

Sie alle stehen vor gewaltigen Umwälzungen, nichts wird mehr so bleiben wie es war. Unsere Eifel, diese wunderschöne Landschaft mit ihren tiefen Wäldern, den Maaren, den Vulkankegeln, stirbt. Niemand weiß, wie genau es weitergeht. Eines aber ist sicher – und aus diesem guten Grund wurde dieses Buch gemacht: Es entsteht etwas Neues. Der Wandel ist unaufhaltsam, die Brüche sind gewaltig, die mensch- lichen Gemeinschaften im Vulkaneifelkreis werden sich umgestalten müssen, das scheinbar ewige Fließen der Generationen wird stocken, kaum etwas wird beim Alten bleiben.

Wir leiden unter einem massiven Geburtenrückgang, wir leiden unter Überalterung, unter der Abwanderung junger Familien in die Ballungs- räume. Es gibt Spielplätze in unseren Dörfern, auf denen kaum noch Kinder spielen. Weil Kinder nicht mehr geboren werden. Bis zum Jahr 2020 wird jeder zweite Arzt in Rente gegangen sein, die Praxen werden leer stehen, junge Ärzte kommen nicht in die Eifel.

Schon jetzt ist die Zahl der leerstehenden Wohn- und Wirtschaftsge- bäude erschreckend hoch. Einer Schätzung zufolge stehen zur Zeit rund 300 landwirtschaftliche Anwesen zum Verkauf. Die Preise sind erstaunlich niedrig, zwischen 50.000 und 70.000 Euro, aber wer kommt und kauft? Der ÖPNV, der Öffentliche-Personen-Nahverkehr, ist nicht mehr aufrechtzuerhalten, nicht mehr finanzierbar. Er besteht in diesem Landkreis fast ausschließlich aus Schulbussen, die sehr teuer sind. Und zunehmend fehlen die Schüler, die diese Busse benutzen. Was macht die alte Frau, die gebrechlich in einem Dorf festsitzt und zu einem Arzt oder zu einer Behörde will?

Es fehlt an hochqualifizierten, wohnortnahen Arbeitsplätzen, die Versorgungsstruktur mit Breitbandinformation ist lückenhaft, der Segen des Internet hierzulande durchaus nicht komplett. Neue Betriebe siedeln sich deshalb nicht an. Das massive Problem hat längst auch die Kirchen erfasst. Ein Beispiel: 70 Prozent der Einwohner sind katholisch, drei Priester sind zuständig für 27 Kapellen und Kirchen, das hat mit normaler Arbeit nichts mehr zu tun, das grenzt an ein Straflager.

Wir sind zu Recht stolz auf unsere Freiwilligen Feuerwehren, aber Frauen und Männer, die 80, 50 oder 30 Kilometer entfernt arbeiten, können nicht alarmiert werden. Auch da erhebliche Probleme. Probleme auch bei der wachsenden Zahl der Windkraftanlagen, Probleme auch beim ausufernden, nicht enden wollenden Gesteinsab- bau. Nutzungskonflikte nennt das der Fachmann.

Sind wir noch zu retten?

Die Antwort ist: Ja! Bei uns funktioniert die dörfliche Gemeinschaft noch, die Menschen helfen einander, das Bewusstsein für das eigene Dorf und seine Eigenarten ist hoch. Hilfsbereitschaft steht ganz oben auf der Liste, niemand wird alleingelassen. […]

Zusätzliche Information

Größe 19 × 28 cm

Das könnte dir auch gefallen …