Ein Autorenporträt mit Christian Humberg

Der Bericht über meinen spannenden Exkurs mit Sven Nieder; beim Fotografieren des Autorenporträts für Christian Humberg

Ein Gastbeitrag von Philipp Schneider

In G8 Gymnasien ist jeder Zehntklässler dazu verpflichtet ein zweiwöchiges Schülerpraktikum zu absolvieren. Die Erwartungen und Meinungen diesbezüglich sind von Schüler zu Schüler grundlegend unterschiedlich. Die einen blicken dem Praktikum grundsätzlich eher erwartungsvoll und mit Spannung entgegen, es soll aber auch Schüler geben, die Lustlosigkeit und Langeweile mit Praktika assoziieren.

Ich bekenne mich offen zur ersten Schülerkategorie. Oh, Entschuldigung, ich habe noch jene Schüler vergessen, die gar nicht so recht wissen, was sie davon halten sollen.

Nun ja, auf jeden Fall habe ich mein Praktikum in den Räumen des Eifelbildverlages absolviert. Während meines Praktikums ich dort und außerhalb vielen verschiedenen Tätigkeiten nachgegangen; es hat mir sehr viel Spaß gemacht und meine Erwartungen an das Praktikum wurden in vollem Maße erfüllt.

In diesen Zeilen möchte ich von einem dieser Erlebnisse berichten, die mein Praktikum in besonderer Weise geprägt haben; das aber gleichzeitig auch ein kleiner Exkurs war den ich mit einem Kollegen (Sven Nieder) meines Kontaktlehrers beim Praktikum gemacht habe. Jener Kollege ist von Beruf Fotograf und Verleger (Eifelbildverlag) und hatte den besonderen Auftrag ein Autorenporträt von Christian Humberg (Bestsellerautor, der unter anderem auch das Kinderbuch „Sagenhaft Eifel“, erschienen im Eifelbildverlag, geschrieben hat), zu machen.


Christian Humberg auf dem Boden der Tatsachen

Also sind wir beide im Auto nach Birresborn gefahren, wo man sich an den Eishöhlen für ein gutes Hintergrundmotiv treffen wollte. Mein erster Eindruck von Christian Humberg: Er ist hier vor Ort, auf dem Boden der Tatsachen, möchte mit anpacken. Wir trugen das Equipment das man beim Fotografieren braucht aus dem Auto, er wollte mithelfen, da sagte Sven: „Lass, wir haben doch einen Praktikanten …“. Ich musste schmunzeln. Zuerst war unsere Idee, das Porträt auf einer Wiese zu schießen, doch ein Zaun, der die Wiese umschloss machte unseren Plan zunichte. Also begaben wir uns einen kleinen Weg abwärts und kamen zu den Eishöhlen. Dort wurde mir erklärt, diese seien noch aus der Zeit als es noch viel mehr Maare in der Vulkaneifel gab. Dort angekommen probierten wir verschiedene Perspektiven für das Porträt aus. Christian Humberg auf einem Hügel, Christian Humberg an einer Bank lehnend, ein Bein baumeln lassen, Mantelkragen hoch, Mantel lässig über die Schulter gehängt …


Aller guten Dinge sind drei

Dabei habe ich von Sven gelernt, dass die Person von der das Foto geschossen werden soll, immer gut gelaunt bleiben muss, da man dies sonst auf den Bildern erkennen würde, selbst wenn die Person versuchen würde, dies zu vertuschen. Zurück zur Handlung. Während Christian sich beim Posieren nicht bewegen durfte und Sven fotografierte, war meine Aufgabe bei alldem, den Reflektor (eine riesige durchsichtige Scheibe aus Stoff mit silberner Folie) so zu halten, das Christians Gesicht so viel Licht wie möglich abbekam. Beim Reflektor handelt es sich nämlich um ein Hilfsmittel, mit dem man Licht auf einen Gegenstand lenken kann ohne eine Lampe zu benutzen. Die zweite Sache, die ich an diesem Tag gelernt habe war, dass die Lichtverhältnisse beim Fotografieren sehr wichtig sind, da sie sowohl Qualität des Bildes als auch den Eindruck den das Bild ausstrahlt beeinflussen. Als das Autorenporträt schließlich geschossen war, fing es wieder an zu regnen. Sven wollte aber noch ein Daumenkino mit Christian erstellen, weshalb wir dafür den Ort auswählten, an dem wir schon waren. Hierfür stellte er bei der Kamera einen Zweisekundenalgorhythmus ein, dementsprechend musste sich Christian alle zwei Sekunden ein Stück weiter bewegen. Sein Auftrag lautete wie folgt: Geh zur Bank, setzt dich hin, schau in die Kamera wink zweimal, steh wieder auf und geh weg.

Nachdem der Auftrag erfüllt war, begaben wir uns zügig zum Auto verabschiedeten uns von Christian (der übrigens auch wie ich in Mainz lebt, und das schon seit 30 Jahren), und fuhren zurück zum Eifelbildverlag.

Und die dritte Sache, die ich an diesem Tag gelernt habe ? Lass dich auf dein Praktikum ein, und nutze die Chance, so viele verschiedene Eindrücke wie möglich mitzunehmen, denn sie erweitern deine Erfahrungen und deinen Horizont.

Weiter Infos zu Christian Humberg:
www.christian-humberg.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Humberg

Bücher von Christian Humberg beim Eifelbildverlag: