Liebevolle Begleiterin für Menschen jeden Alters

Kerstin Werner ist Fotografin, Coach und vor allem Autorin, die ihre positiven Erfahrungen aus der Bewältigung von Lebens-Herausforderungen gern an andere weitergibt.

Eifelbildverlag: Du begreifst Dich als Herzöffnerin und hast zunächst Mutmachergeschichten für Erwachsene Geschrieben. Wie bist Du auf Kinderbücher gekommen?

KW: Ich glaube, das eine ist gar nicht so weit vom anderen entfernt. In all meinen Büchern habe ich eine leicht verständliche Sprache. Es gab schon Eltern, die ihren Kindern aus meinen Erwachsenenbüchern vorgelesen haben. Dadurch hatten sie ganz anderen Gesprächsstoff. Und ich habe schon Kinderbücher für Erwachsene signiert. Prinzipiell kann ich aber sagen: Ich liebe Kinder. Ich musste selbst 38 Jahre alt werden, um zu verstehen, dass ich wertvoll bin, ohne etwas zu leisten, und welche Talente ich in mir trage. Darum ist mir sehr daran gelegen, Kinder im Allgemeinen zu stärken. Sie sollen sich austoben im Leben und so sein dürfen, wie sie sind.

Eifelbildverlag: Der Held Deiner Kinderbuchreihe ist ein kleiner Fisch namens Friedolin. Was hat Dich speziell zu dieser Konstellation inspiriert?

KW: Bei mir entsteht vieles „einfach so“. So auch der erste Band von Friedolin. Mit acht Frauen hatten wir in einer Skype-Konferenz überlegt, wie wir uns für das Thema „Menschlichkeit“ in Schulen und Kitas stark machen können. Das war zu dem Zeitpunkt, als die Hetzerei gegen Flüchtlinge sehr groß war. Und ich sagte: „Wir brauchen auf jeden Fall einen Zugang zu den Kindern. Und ich könnte das machen, was ich gut kann: Eine Geschichte schreiben.“ So fing alles an. Entstanden ist dann ein Buch, welches klar macht, dass jeder wertvoll und einzigartig ist, jeder andere Stärken hat, und dass es zusammen leichter geht als alleine. Wertschätzendes Miteinander!

Eifelbildverlag: Wie wichtig ist es Dir, die Geschichten in Deiner Heimat Eifel anzusiedeln?

KW: Meine Bücher, sowohl für die Kleinen als auch für die Großen, können über die Grenzen hinaus gelesen werden. Denn es sind Themen aus dem Leben. Friedolin, der kleine Fisch, lebt in einem Tümpel, der in der Nähe von einem Bauernhof ist. Da bot es sich einfach an, die Geschichte hier in der schönen grünen Eifel spielen zu lassen. Schließlich bin ich auch ein Kind, welches in der Landwirtschaft groß geworden ist. Als dreifache Katzenmama habe ich auch heute noch einen starken Bezug zu Tieren.

Eifelbildverlag: Wie wichtig ist das jetzige Thema Angst nach Deiner Erfahrung für Kinder?

KW: Wer hat heutzutage keine Angst? Das ist ein Thema, welches uns alle betrifft. Ich war selbst ein ängstliches Kind, wurde gehänselt und habe mich gerne verkrochen. Und ich bin zu einer mutigen Erwachsenen geworden, die spielerisch mit ihren Ängsten umgeht. Als ich meine erste Lesung hielt, symbolisierte ich meine Angst mit einem Kuscheltier, setzte es auf den Tisch und stellte Egon (so nannte ich damals meine Angst) als erstes den Zuschauern vor. Dass er unbedingt mitwollte. Damit hatte ich mich mit meiner Angst geoutet und gleichzeitig beruhigt. Davon drehte ich damals ein Video. Das wiederum hat ein kleiner Junge mit seiner Mama angeschaut. Die schrieb mir total erleichtert, wie sehr das dem Sohn in der Schule geholfen hätte. Sie hatten sich auch ein Kuscheltier als Symbol für die Angst gekauft. Genau das hat mich bestärkt, dieses Thema für Kinder aufzugreifen. Und anhand der ersten Rückmeldungen merke ich schon, wie dankbar Kinder diese Lösung mit Muck, dem Angstmonster, aufgreifen. Alle wollen einen haben, um sich mit ihm anfreunden zu können.

Eifelbildverlag: Wie können Eltern oder andere Erwachsene den Kindern die Friedolin-Bücher am besten nahe bringen?

KW: Da gibt es keine Vorgaben. Friedolin wirkt. Egal, ob er selbst gelesen oder vorgelesen wird. Ich weiß schon von einigen Kitas oder Grundschulklassen, die aus Friedolin richtige Projekte gemacht haben. Es gab sogar schon Kinder, die meinten, sie seien für Friedolin zu alt. Aber sie haben ihn in schwierigen Lebensphasen zitiert.

Eifelbildverlag: Wie verlaufen Deine Lesungen in Schulen oder Kitas – wie gehst Du vor und wie reagieren Kinder und Erzieher?

KW: Ich habe bislang ausschließlich positive Erfahrungen sammeln dürfen. Es ist tatsächlich so, dass ich Kinder sehr schnell in meinen Bann ziehe. Ich lache mit ihnen und nehme sie aber auch ernst. Man sagte mir auch schon des Öfteren, dass ich lebendig vorlese, was sicherlich für Kinder wichtig ist. Die Erzieher lassen mir meist freie Hand und helfen anschließend mit, wenn es nach dem „Bilderbuchkino“ um die Malstunde geht, um das Gelesene zu vertiefen. Oft wirken die Lesungen noch nach, sodass am nächsten Tag das Thema erneut aufgegriffen wird. Außerdem nehme ich inzwischen meinen Tanki-Multiplayer mit. Die wunderbaren Klänge verzaubern und beruhigen die Kinder.

Eifelbildverlag: Wie verläuft die Zusammenarbeit mit der Illustratorin Kattia Salas? Setzt sie „nur“ Deine Ideen um oder entwickelt Ihr gemeinsam?

KW: Ich schreibe die Geschichte und sie illustriert. Eine gemeinsame Entwicklung ist es nicht und dennoch in meinen Augen eine wunderbare Zusammenarbeit. Denn sie gibt meinem Geschriebenen genau die richtigen Bilder. Dadurch wird alles lebendig. Kattia hat wirklich großes Talent, welches ich sehr schätze.

Eifelbildverlag: Zum Schluss des Buches gibt es eine Häkelanleitung von Silvia Dietel für den „Muck“, das niedliche kleine Angstmonster. Hast Du selbst schon die Häkelanleitung befolgt und einen „Muck“ gehäkelt?

KW (lacht): Jeder sollte das machen, was er gut kann. Einen Topflappen würde ich vielleicht noch hinbekommen, aber dann hört es auf. Ich bin glücklich, dass Silvia Dietel diese Häkelanleitungen in den Büchern entworfen hat, denn das macht sie großartig. Ich könnte sowas nicht. Und so lebe ich letztlich den ersten Band von Friedolin: Wo ich selbst schwach bin, nutze ich die Stärke der anderen.

Über die Autorin Kerstin Werner
Menschen begleiten, Herzen öffnen

Kerstin Werner ist Coach und Autorin, die Erwachsenen und Kindern Mut macht

Kerstin Werner wurde 1973 geboren und lebt mit ihren Katzen im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Sie war Kauffrau für Bürokommunikation und selbstständige Unternehmerin, bis sie nach einer eigenen Lebenskrise entschied, ihrem Leben eine andere Richtung zu geben. Seitdem ist sie zertifizierter Coach für Neurolinguistisches Programmieren und landete mit ihren berührenden Geschichten für Menschen, die sich weiterentwickeln wollen, mehrere Bestseller („Mach dein Leben bunt“ uam.). Darüber hinaus arbeitet sie als Porträtfotografin und engagiert sich ehrenamtlich als Lesepatin für Kinder. Für die Kleinsten ab drei Jahren schreibt sie auch Vorlesebücher. Mit dem Buch „Friedolin, was machst du mit deiner Angst?“ hat sie im Eifelbildverlag das dritte einer Reihe veröffentlicht, welche den Fisch Friedolin die Abenteuer des Lebens bestehen lässt.

Schon vor der Haustür von Kerstin Werners Wohnung am Ortsrand des Eifeldorfs Schwirzheim wird klar, dass hier jemand lebt, dem es eine Herzenssache ist, anderen ein positives Gefühl zu vermitteln. Das Herzmotiv begrüßt den Besucher bereits im Vorgarten. Dabei arbeitete sie viele Jahre in rationalen Branchen, unter anderem als Kauffrau für Bürokommunikation, und in der Welt der Zahlen und Akten. Immer mehr gelang es ihr dann als Selbstständige, ihre Liebe zu Menschen und ihre Offenheit mit einzubringen.

Doch eine Erkrankung machte ihr klar, dass sie diesen Weg konsequent in ihrer Eifelheimat gehen wollte. Sie entdeckte ihr Interesse für Neurolinguistisches Programmieren, kurz NLP genannt. In dieser Methode, sich bewusst mit der Wortwahl und Gedankenführung positiv auf das Leben einzustimmen, absolvierte sie Ausbildungen bis hin zum zertifizierten NLP-Coach. Außerdem entdeckte sie ihr Talent für die Porträt- und Hochzeitsfotografie, die für sie ein wichtiges Standbein geworden ist.

Einen großen Raum nimmt das Schreiben ein: „So wie andere Meditation brauchen, brauche ich Schreiben für mein Seelenheil.“ Zunächst schrieb Kerstin Werner noch für sich selbst, doch bald wagte sie es, ihre Kurzgeschichten zunächst im Selbstverlag online zu veröffentlichen und andere nicht nur als Coach, sondern auch literarisch an Persönlichkeitsentwicklungen teilhaben zu lassen. Die Bücher fanden schnell reißenden Absatz, teils auch bei einem Großverlag. Wichtig ist ihr bis heute der ganz enge Draht zu den Menschen, die ihre Bücher lesen, und etwas zum Positiven zu verändern. Sie will nahbar sein und signiert gern Bücher mit persönlicher Widmung.

Kerstin Werner sieht sich als echten Familienmenschen, sie liebt Kinder und engagiert sich ehrenamtlich als Lesepatin. Da lag es nah, auch Kinder- und Vorlesebücher zu schreiben. Im Eifelbildverlag erschien ihre mittlerweile dreibändige, von Kattia Salas fantasievoll illustrierte Reihe um den kleinen Fisch Friedolin, der im Teich eines Eifeler Bauernhofs lebt . Die Titel: „Weißt du, wie wertvoll du bist?“, „Sind deine Gefühle deine Freunde?“ und nun „Was machst du mit deiner Angst?“. Mit den Büchern geht sie gern in Kitas und Schulen auf spielerische Autorenlesungen, um die Mutmacherbotschaften den Kindern direkt ans Herz zu legen.

https://www.kerstin-werner.de/mutmachbuch

Friedolin – Was machst du mit deiner Angst?“

Das dritte Kinderbuch der beliebten „Friedolin“-Reihe, geschrieben von Kerstin Werner und illustriert von Kattia Salas, zeigt Kindern einen Weg aus einem weit verbreiteten Gefühl: einen Weg aus der Angst, indem sie angenommen wird.

Der kleine grüne Fisch Friedolin lebt in einem Bauernhofteich in der Eifel… und er ist mit seinen herzförmigen roten Flossen anders als andere. So muss er immer wieder mit Herausforderungen umgehen, zum Beispiel mit seiner Angst vor der Einschulung. Wird er akzeptiert werden, schafft er das Lernen? Damit steht Friedolin vor Fragen, die viele Menschen bewegen, Erwachsene wie Kinder: Was macht man mit der Angst?

Das liebevoll und farbenprächtig illustrierte Vorlesebuch gibt darauf eine Antwort, die bereits kleinen Kindern hilft und ihnen ein vielleicht lebenslang wirksames Fundament mit auf den Weg gibt: Gefühle wie Angst anzunehmen, offen zu ihnen zu stehen und sich helfende Freunde zu suchen. Im Fall von Friedolin ist das ein kleines Angstmonster namens Muck. Muck ist ein Geschenk von Friedolins Vater, der sich an die eigene Schulangst erinnert… eine Generation steht der anderen bei. Dank Muck versöhnt sich Friedolin mit seinem Gefühl. Mit dem so gewonnenen Mut wirkt der kleine Fisch sogar ansteckend auf andere Fische: Sie können Dinge tun, die sie früher nicht gewacht hätten.

Das helfende Angstmonster ist auch für alle kleinen Leserinnen und Leser da, denn zum Buch gehört auch eine leicht verständliche Häkelanleitung für einen eigenen Muck. Das 48-seitige Hardcover-Buch ist so sorgfältig und liebevoll gestaltet und aufgemacht wie die Kinderbücher, mit denen die heutigen Eltern und Großeltern selbst ihre Kindheit bereicherten. Damit nimmt das Buch selbst ein Grundmotiv der positiven Botschaft von Bild und Text auf. Es ist ein Buch wie jene Klassiker, die man zum Vorlesen oder zum selbst Durchblättern immer wieder gern in die Hand nimmt. Neu ist, dass die Kinder auch aktiv werden dürfen, denn es ist auch Platz da, um das eigene liebe Angstmonster zu malen.

So wird auch das dritte im Eifelbildverlag erschienene Kinderbuch der „Friedolin“-Reihe zu einem wertvollen Begleiter für das Vorschulalter. Es zeigt nicht nur den Kindern, sondern auch den vorlesenden Erwachsenen, wie man sogar gut mit den Gefühlen umgeht, die weniger erwünscht sind.

Interview und Text: Angelika Koch

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  1. […] zitiere ich mich einfach mal selbst aus einem Interview mit dem Eifelbildverlag: „Wer hat heutzutage keine Angst? Das ist ein Thema, welches uns alle […]

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