Die Lourdes-Marienkapelle bei Birresborn

Achtzehnmal erscheint die Mutter Gottes der kleinen Bernadette von Lourdes im Jahr 1858. In einer kleinen Grotte geschieht das Wunder, wo zugleich eine Quelle entspringt, deren Wasser heilende Wirkung zugeschrieben wird. Seither pilgern tausende von Menschen Jahr für Jahr in den Ort nahe der spanischen Grenze. Und für die Menschen der Eifel bedeutet diese Wallfahrt seit vielen Jahrzehnten viel. Regelmäßig machen sich die Menschen aus den Kirchengemeinden mit Bus und Bahn auf den Weg, um in der Ferne Linderung und Heilung von Schmerz und Krankheit zu erbitten oder um den eigenen Glauben zu stärken.

Es kommt darauf an,
das Hoffen zu lernen.
Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung, 1938-1947

Die Lourdes-Marienkapelle bei Birresborn

Kaum ein Haus in der Eifel, in der sich keine weiß gekleidete und blau gegürtete Marienstatue findet oder Flacons und Fläschchen mit heiligem Quellwasser auf dem Nachttisch stehen. Lourdes wird zu einem der Hauptpilgerorte der Eifeler. Die tiefe Glaubenserfahrung dieser besonderen Pilgerfahrt ermutigt die Menschen dazu, auch daheim Orte der Erinnerung zu schaffen, die der Erscheinungsgrotte in Lourdes ähneln. Zahlreiche Gedenkstätten und Heiligenhäuschen entstehen. Eifeler Lavakrotzen werden zu einem Abbild der Originalgrotte zusammengefügt. Der Pilgerort ist nun nicht mehr fern. Das stille Gebet zur Maria von Lourdes ist nun auch in der Nähe jederzeit möglich. In Birresborn steht eine solche Lourdes-Kapelle gleich in der Nähe eines alten Wegekreuzes.

Heiligenhäuschen / Kapellchen in der Eifel

Heiligenhäuschen sind erstaunlich lebendige Orte der Eifel – mit einem Fenster in die Vergangenheit. Wer zu ihnen kommt, findet sie fast immer mit frischen Blumen und Zweigen geschmückt. Und unermündlich brennen in ihnen kürzlich entzündete Kerzen und Lichtlein. Viele dieser Häuschen wurden erst in den letzten Jahrzehnten errichtet. Andere haben eine jahrhundertealte Geschichte. Oft stehen sie zwischen Bäumen wie Linden, Eichen, Birken oder Ahorn.
Die Heiligenhäuschen geben meist Zeugnis von der Erfüllung eines Gelübdes. Etwas Gutes ist geschehen, für das innig gebetet, und das von tiefstem Herzen erhofft wurde. Die kleinen Häuschen bieten Raum für ein, zwei – manchmal bis zu vier Personen und dienen der stillen Andacht, der inneren Einkehr, dem persönlichen Dialog mit Gott. Sie sind Orte der Selbstbegegnung – mit den eigenen Sorgen, Hoffnungen, Ängsten und Wünschen. Womöglich sind sie auch Orte des Haderns mit Gott und der Welt und höchstwahrscheinlich auch Orte des Trostes. Oftmals sind kleine Tafeln des Dankes angebracht. Sie zeugen von Glück und geben dem Nächsten Hoffnung.

Die Fotografie und der Text entstammen dem Eifelkalender „Heiligenhäuschen in der Vulkaneifel 2018“ der Kreissparkasse Vulkaneifel.

Fotografie: © Sven Nieder | Text © Dr. Tim Becker