Die Pfarrkirche Hilgerath

Der Tag neigt sich dem Abend, die Arbeit ist getan. In Beinhausen im Wirtshaus treffen sich Bauern zum Kartenspiel und einem genüsslichen Schluck kalten Biers. Die neugierige Magd, die sie bedient, versuchen sie zu ängstigen mit Schauergeschichten, und beißen doch immer wieder auf Granit. Sie will sich nicht hinters Licht führen lassen und trotzt den Erzählungen mit entschiedenem Widerspruch.

Pfarrkirche HilgerathSo lässt man es also darauf ankommen und schlägt eine Wette vor: Sie würde sich dennoch nicht trauen, einem von ihnen, welcher sich noch um Mitternacht mit einem weißen Hemd bekleidet auf den Hilgerather Friedhof stelle, dieses abzustreifen. Weiter ins Kartenspiel versunken vergessen die Bauern die Magd, welche nach Mitternacht jedoch tatsächlich mit einem weißen Hemd überm Arm in die Stube tritt und von den verdutzten Herren ihren Obolus verlangt. Doch niemand von ihnen war es gewesen, der um Mitternacht auf dem Friedhof von Hilgerath gestanden hat. Wer mochte es sein? Das Grausen erfasste die Männer, unheimlich wurde ihnen und sie erbleichten. Einer nach dem anderen verließ wortlos die Stube. Und schlimmer noch: In den Nächten darauf suchte die wagemutige Magd nunmehr ein bleiches Gerippe heim, welches sein Hemd zurückverlangte. Erst mit Hilfe des Beinhausener Pfarrers und einem von ihm empfohlenen magischen Bannzauber gelang es ihr, ihre Angst zu überwinden. Um Mitternacht fasste sie all ihren Mut und ging erneut hinauf. Sie sprach den Zauber und übergab das Gewand. Das Gerippe verschwand und sie kehrte unversehrt heim.

Hilgerath liegt an einem außergewöhnlichen Ort einsam auf einer Bergkuppe. Von sieben Orten der Struth wurde sie über Jahrhunderte als Pfarrkirche genutzt, ohne selbst Teil eines bewohnten Ortes zu sein.

Die Pfarrkirche Hilgerath

Lichtmaler: Hans Nieder, Sven Nieder

Verortung: 50° 15‘ 23“ N, 6° 52‘ 48“ O

Die Fotografie und der Text entstammen dem Eifelkalender „Sagenhafte Vulkaneifel – Bildkalender 2017“ der Kreissparkasse Vulkaneifel.

Fotografie: © Sven Nieder | Text © Dr. Tim Becker

Die Fotografien können bei der Galerie Augarde in limitierter Auflage erworben werden.
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