In Andernach wird gegärtnert, was das Zeug hält. Vor wenigen Jahren sind dort pfiffige Menschen dazu übergegangen, eine ungewöhnliche Idee überzeugend in die Tat umzusetzen: Brachliegende Flächen inmitten der Stadt werden nun mit Gemüse, Kräutern und Obst bepflanzt. Von den Bewohnern der Stadt selbst. Und die dort lebenden Menschen sind sogar aufgefordert, beherzt zuzugreifen, zu ernten und die reifen Erzeugnisse mit Lust und Laune zuzubereiten. So kommt wieder auf den Tisch, was für Generationen alltägliche Kost war: Kohlrabi, Bohnen, Kartoffeln und Blattsalat. Zugleich bekommen die Menschen aber auch wieder einen Bezug zu den Lebensmitteln, die sie sonst wohl eher im Supermarkt als „Produkt“ zu Gesicht bekommen. Nur hier wird auch jedes krumm gewachsene Gemüse wertgeschätzt und verwertet.

Im Grunde ist die Umgestaltung eines Ortes in eine Essbare Stadt denkbar einfach. Flächen stehen zur Verfügung und jeder kann mitmachen. Und der Erfolg ist für alle sichtbar, wohl niemand geht achtlos an den Gärten vorbei. So erhalten die Bewohner jeden Alters einen stärkeren Bezug zu ihrer unmittelbaren Umgebung. Und eine Menge Spaß kommt noch hinzu.

Können wir uns in Daun und der Vulkaneifel von der ‚Essbaren Stadt‘ inspirieren lassen?

Offensichtlich trifft die in Andernach umgesetzte Idee auch hierzulande auf viele offene Geister. Bis auf den letzten Platz besetzt war der Bus, der auf Einladung der Verbandsgemeinde Daun gemeinsam mit Bürgermeister Werner Klöckner Anfang Juni zu einer Besichtigungstour aufbrach.

Ein weiteres Konzept, welches die Andernacher vor den Toren ihrer Stadt überzeugend umgesetzt haben, wurde ebenfalls aufgesucht: Das weitläufige Gelände der Permakultur in der Nähe des Ortsteils Eich. Hier trifft nachhaltiges Gärtnern und der Anbau regionaler Blumen-, Gemüse- und Obstsorten sowie möglichst artgerechter Tierhaltung zugleich auf die Idee naturnaher Stoffkreisläufe.

Von der Natur lernen und eigenes Denken verändern: Und ein jeder kann dabei sein. Das macht Appetit auf Zukunft.

Informationen zur Essbaren Stadt Andernach unter:

http://www.andernach.de/