Auf Einladung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel mbH kamen im Druckhaus Schneider Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Studenten, Berufsanfänger, Unternehmer, Personalleiter und Chefs zusammen, um über die Potentiale der besonderen Unternehmerlandschaft der Vulkaneifel zu sprechen. Hieraus entwickelte sich ein nicht ganz alltäglicher Workshop- mit Handlungsperspektiven für die Zukunft.

„Desch kahn ma jooht brouchen!“

Über die herausragende Firmenkultur in unseren eifeler Unternehmen können wir viel Gutes berichten. Welches Bild aber vermitteln wir potentiellen Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern über unsere einzigartige Lebenskultur in der Eifel? Handeln wir nach dem Motto: wir sind ein einzigartiges Unternehmen – aber in der hintersten und finstersten Eifel…? Vermitteln wir den Eindruck, hier gäbe es weder Kultur noch ein einigermaßen ansprechendes Freizeitangebot?

Wenn wir auch künftig die besten und engagiertesten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Unternehmerinnen und Unternehmer gewinnen und binden wollen, sollten wir auch von der außerordentlichen Lebensqualität der Vulkaneifel selbst überzeugt sein und diese stetig und nachdrücklich kommunizieren.
Verabschieden wir uns von dem überkommenden Begriff der „Freizeit“ (als die von Fremdbestimmung freie Zeit) als vermeintlichem Kriterium der Arbeitsplatzwahl. Widmen wir uns dem viel essentielleren Begriff der „Lebenskultur“ und den Möglichkeiten einer idealen Work-Life-Balance in der einzigartigen Vulkaneifel.
Hierin liegt eine einzigartige Chance: Wenn wir mit (jungen) Menschen authentisch über die Lebensqualität der Vulkaneifel sprechen, wird sich bei diesen künftigen Mitstreitern auch unsere herausragende Arbeitgeberlandschaft rundsprechen. Junge Menschen sind exzellent vernetzt und tauschen sich untereinander aus, in einer für sie wahrhaftigen und glaubhaften Sprache.

Impulsvorträge

Dr. Tim Becker gab in seinem Impulsvortrag Empfehlungen für ein authentisches Sprechen über die einzigartige Lebens- und Arbeitskultur in der Vulkaneifel:

a) Fokussierung von Lebenskultur statt Freizeitkonsum
b) Wertschätzung und Ernstnehmen junger Menschen
c) Stetige Bindung der „Auswärtigen“ mit Hilfe geeigneter Instrumente
d) Stetige Stärkung der kulturellen Identität der Vulkaneifel
e) Authentische Sprache zur einzigartigen Lebenskultur Vulkaneifel finden und anwenden

Dipl.-Des. Sven Nieder brachte in seinem Impulsvortrag über die Motivation, in die Eifel zurückzukehren und dort auch unternehmerisch tätig zu werden seine Erkenntnis auf den Punkt:

Der vermeintliche „Nachteil Provinz“ ist tatsächlich eine „Qualität Provinz“. Und: Die Qualität Provinz ist ein Standortvorteil.

Ideen-Challenge

Zum Höhepunkt der Veranstaltung waren die Teilenherinnen und Teilnehmer gefordert, (auch ausgefallene) Ideen für ein künftiges authentisches Leben und Arbeiten in der Vulkaneifel zu formulieren:

  • Wir wollen unsere Eifeler Identität stärken. Hierzu gehört insbesondere auch unser sprachliches Selbstverständnis. Hierzu entwickeln wir gemeinsam eine Kampagne.
  • Wir Eifeler sehen womöglich zu oft das Negative und sollten uns verstärkt auf unsere Potentiale, Chancen und Möglichkeiten konzentrieren:
  • Das Lebensgefühl vor allem junger Menschen wird kaum angesprochen. Über musikalische Events (z.B. mit DJs und Bands) kann die Identifikation mit relativ einfachen Mitteln nachhaltig gestärkt werden.
  • Schaffen wir wieder einen Bezug zu regionalen Erzeugnissen, zu elementaren Lebensweisen und Traditionen sowie unserer Natur.
  • Stärken wir die Gruppe der Menschen, die hier ihre Ausbildung in einem Dualen Studium machen z.B. durch entsprechende Netzwerke und/oder Stammtische. Bringen wir das Ausbildungsangebot (oder Teile hiervon) von Universitäten und Fachhochschulen in die Eifel.
  • Schaffen wir ein ansprechendes Buch o.ä., dass wir Menschen in der Außenwerbung in die Hände geben können (statt Flyer und Website-Links)
  • Letztlich: werden wir konkret!

Es geht also weiter…